Das Projekt


Bauabschnitt II


Bauabschnitt II


Der 2. Bauabschnitt umfasst mit ca. 6.850 m² die Rathausstraße zwischen Drehscheibe und Molitorstraße einschließlich des Kienle-Platzes, die Robert-Koch-Straße von der Rathausstraße bis zur Stichstraße sowie die gesamte Schulstraße.

 

Die Robert-Koch-Straße wird von der Stichstraße über die Rathausstraße bis zur Molitorstraße wie Teile der Schulstraße als verkehrsberuhigter Bereich gestaltet. Hervorzuheben sind die beiden neuen Bushaltestellen der Stadtbuslinie 612. Hier können Fahrgäste künftig barrierefrei in den Stadtbus ein- und aussteigen.

 

Die gesamte Schulstraße und die in der Fußgängerzone liegenden Bereiche der Rathausstraße erhalten wie im 1. Bauabschnitt ein Funktionsband mit Bäumen, Bänken, Abfallbehälter, Fahrradanlehnbügeln, Licht- und Informationsstelen sowie den zwei Bronzefiguren der Sparkassenstiftung. Durch das zur Verwendung kommende Kleinsteinpflaster und dessen Natursteineinfassung werden sowohl der Rovigo- als auch der Kienle-Platz optisch aufgewertet.


Anlage Lageplan

Anregungen aus der Bürgerbeteiligung

Erhalten bleibt die Umfahrungsrichtung rund um die Tiefgaragen-Einfahrt am Hallenbad. Eine zunächst vorgesehene Umkehrung der Fahrtrichtung war u.a. in der Bürgeranhörung kritisiert worden. Erhalten bleibt auch der Parkplatz gegenüber dem Café Rall. Vor der ehemaligen Einfahrt des Café Rall wird entgegen der bisherigen Planung im Funktionsband ein weiterer öffentlicher Parkplatz hergestellt.

 

In den zurückliegenden Wochen haben sich Stadtverwaltung und Planungsbüro neben der Einarbeitung der Planungen der Leitungsträger (Stadtwerke, Telekom etc.) mit den Anregungen aus der Bürgerinformations-Veranstaltung im September 2014 und weiterer Eingaben beschäftigt. Alle Vorschläge wurden auf ihre Begründung und Machbarkeit hin überprüft und gegebenenfalls berücksichtigt.
Initiates file downloadZur Liste: "Anregungen und Kritiken…".

 

Dabei muss gewährleistet sein, dass die grundsätzlichen Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung zum Förderprogramm "Aktive Kernbereiche" zum Innenstadt-Umbau im Detail als Handlungsleitlinien beachtet werden. Nicht realisiert werden können Änderungsvorschläge, deren Umsetzung gegen einschlägige rechtliche Vorgaben verstoßen würde oder wenn tatsächliche Gegebenheiten diese nicht zulassen. Dies betrifft beispielsweise die Breite von Fahrgassen für Rettungsfahrzeuge oder Mindestvorgaben zur Anlage von Parkplätzen.

 

So lassen sich Baumstandorte, Parkplätze und Mobiliar mit dem gesamten "Funktionsband" nicht einfach auf die Nordseite der Schulstraße verlegen, da dort im Untergrund Versorgungsleitungen verlaufen.

 

Hinzu kommt, dass durch die Anordnung des Gehweges an der Südseite der Schulstraße und dessen räumlicher Trennung vom fahrenden Verkehr durch das Funktionsband einschließlich der dann legalen Parkplätze die Fußwegsicherheit der Goethe-Schulkinder erheblich gesteigert wird.

 

1. Stadtrat Jens Bolze: "Dass es nicht sinnvoll ist, Kinder zweimal die gleiche Straße queren zu lassen - womöglich noch mit Kreuzung der Tiefgarageneinfahrt- ist sicher für jeden nachvollziehbar."

Der Sicherheitsanspruch von Schulkindern und anderen -in der Mobilität eingeschränkter- Verkehrsteilnehmern ist ebenso Planungsziel wie die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt für alle Nutzergruppen.

 

Ist-Situation Schulstraße:

Die Schulstraße weist momentan auf einer Länge von ca. 75 m auf beiden Seiten jeweils einen Gehweg mit ca. 1,50 m Breite und eine Fahrbahnbreite von ca. 5,90 m bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auf.

 

Auf dem südlichen Gehweg wird illegal das sog. aufgeschulterte Parken praktiziert - und dies oftmals ohne jede erkennbare Rücksicht zu Lasten der sicheren Nutzung des Gehweges durch Schulkinder, Rad fahrende Kinder, in der Mobilität eingeschränkte Personen usw.

 

Die aufgeschultert parkenden Kraftfahrzeuge reduzieren die Restfahrbreite der Schulstraße auf 4,40 m. Der nördliche Gehweg der Schulstraße ist zur Sicherheit der Fußgänger abgepollert.

 

Planungsziel Schulstraße:

Das im Zuge des Förderprogramms "Aktive Kernbereiche" verabschiedete Integrierte Handlungskonzept formuliert als ein Mittel zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt, die Verbesserung der Nutzungs- und Aufenthaltsqualität durch geeignete Umgestaltungsmaßnahmen der Fußgängerzone. Dieses Planungsziel soll mit der Umsetzung der verschiedenen Bauabschnitte realisiert werden.

 

Die von den Stadtverordneten beschlossene Planung zur Schulstraße sieht dort im Anschluss an die Fußgängerzone einen verkehrsberuhigten Bereich vor. Erlaubt ist dann Schrittgeschwindigkeit, was sich positiv auf die Verkehrssicherheit auswirken dürfte.

 

Entlang der Südseite wird im geplanten verkehrsberuhigten Bereich zwischen Gebäudeflucht und Funktionsband mit 1,65 m Breite ausreichend Platz geschaffen für schwächere Verkehrsteilnehmer, wie Schulkinder, in der Mobilität eingeschränkte Personen oder auch Personen mit Kinderwägen etc. Das den fließenden Verkehr abgrenzende Funktionsband mit Mobiliar, Bäumen und integrierten legalen Stellplätzen dient hier als schützende Abgrenzung.

 

Im verkehrsberuhigten Bereich der Schulstraße und der TG-Umfahrung werden oberirdisch 13 legale PKW-Stellplätze geschaffen, anstelle 17 bisher zum Teil illegaler Parkplatznutzungen. Die verbleibende Durchfahrtsbreite gemäß Planung verringert sich ausgehend vom Status Quo - den illegal parkenden Fahrzeugen - nicht. Derzeit beträgt die nutzbare Fahrbahnbreite 4,40 m. Künftig beträgt die lichte Durchfahrtsbreite zw. Funktionsband und Hauswand -die sog. Gemeinschaftsfläche- ca. 4,90 m. Nur im Bereich aufgestellter Pflanzkübel beträgt die Breite 4,10 m, was immer noch Begegnungsverkehr bei verminderter Geschwindigkeit zulässt.

 

Bezogen auf ein legales Parken auf der Fahrbahn im heutigen Ausbaustand wird sich die verbleibende Fahrbahnbreite künftig deutlich erhöhen!

 

Anstelle der nach heutigen Anforderungen zu klein dimensionierten Stellplätze im Bereich der TG-Umfahrung werden diese unter Berücksichtigung einer ausreichend dimensionierten Fahrgassenbreite für Rettungsdienste regelkonform (mit 3,00 m Überbreite geeignet u.a. auch für große SUV) hergestellt. Sowohl vor als auch nach dem Umbau stehen dem motorisierten Verkehrsteilnehmer ausreichend viele Stellplätze zur Verfügung.

 

Selbst wenn man die Illegalität der jetzigen Parkraumnutzung in unser aller Überlegungen verdrängen und davon ausgehen wollte, dass tatsächlich vier Parkplätze wegfielen, müssen unter Würdigung der jüngsten Berichterstattung folgende Fragen erlaubt sein:

  1. Besteht tatsächlich ein vermeintliches Parkplatzproblem bei gleichzeitiger Verfügbarkeit Dutzender und mit 50 Cent/Stunde recht preiswerter Parkplätze (und für V-Card-Besitzer 1 Stunde kostenloser) in der unmittelbar angrenzenden Tiefgarage?
  2. Welchen Vorrang hat die Bequemlichkeit einzelner gegenüber den berechtigten, bislang vor Ort eher vernachlässigten und nun zur Korrektur anstehenden Interessen vieler anderer Nutzer?  

 

Zum Hintergrund:

Nach erfolgreicher Bewerbung um Aufnahme in das Städtebauforderungsprogramm "Aktive Kernbereiche" im Jahre 2008 begannen Vertreter aus allen Bereichen der Bevölkerung in der sogenannten "Lokalen Partnerschaft" zusammen mit Mandatsträgern aller Parteien und Fachplanern die Zielsetzungen zur Aufwertung der Viernheimer Innenstadt in unterschiedlichen Bereichen anhand eines Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) zu formulieren und festzuschreiben.

 

Das IHK wurde am 28. Mai 2010 von der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen und damit zur Handlungsmaxime für die Umgestaltung der Innenstadt. Das Konzept war für die weitere Aufnahme in das Förderprogramm zwingend erforderlich.

 

Im Jahre 2010/2011 wurde ein offener "Landschaftsplanerischer Wettbewerb" zur Umgestaltung der Viernheimer Innenstadt durchgeführt. Die Ergebnisse des Preisgerichts wurden Anfang 2011 im Kunsthaus Viernheim zur Information der Bürger ausgestellt.

 

Aus dem Wettbewerbsbeitrag des Siegerbüros wurden die Entwurfsplanungen für den gesamten Innenstadtumbau erarbeitet und hierauf basierend unter Beteiligung aus Vertretern der "Lokalen Partnerschaft" (Planungsbüro, Bürgermeister, damaliger 1. Stadtrat, Fraktionen, Verwaltung) die Ausführungsplanung zum 1. Bauabschnitt vorgestellt. Anregungen aus der Beteiligung flossen in die endgültige Planung ein.

 

Die aktuell im Fokus stehende Planung für den 2. Bauabschnitt wurde in verschiedenen öffentlichen Sitzungen (Ausschüsse, Stadtverordneten-Versammlung) nach vorangegangenen Informationsveranstaltungen für Anwohner und Fraktionen in der jetzt vorliegenden Fassung vom Stadtparlament beschlossen.

 

Das Ziel des Förderprogrammes und der darauf aufbauenden Planung ist u.a. die Schaffung eines für alle Nutzergruppen attraktiven Innenstadtbereiches. Der bereits realisierte Bauabschnitt wird wie die noch kommenden einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Zielsetzung leisten.


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